Telekolleg-Newsletter vom 2009-09-28
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Quick Lerncheck Deutsch
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Die Lektionen 5 bis 8 im Telekolleg Deutsch beschäftigen sich mit dem umfassenden Thema: Journalismus. Ein weites Feld, denn wo ist Anfang, wo ist Ende dieser Thematik?
Lässt sich das wirklich so einfach in 4 Lektionen darstellen?
Kann man journalistische Darstellungsformen leicht kategorisieren?
Steht Objektivität klar neben Subjektivität?
Wo bleibt die Wahrheit des Wortes, die Wahrheit der Bilder?
Manipuliert die Werbung nur oder überzeugt nur das Wort?
Welchem Auftrag folgen Journalisten und Journalistinnen, Reporter und Reporterinnen?
Was bewegt die Fotografen?
Wenn das Begleitmaterial und die Sendungen versuchen Ordnung in diese Thematik zu bringen, Kategorien zu entwickeln und Denkansätze zu formulieren, so möchte ich wieder ein wenig „Unordnung“ in die Zusammenhänge bringen. Nicht, um Sie zu verwirren, sondern um Sie zu ermuntern noch einmal über das Gelesene und Gesehene zu reflektieren.
Wie informiert ist die informierte Gesellschaft? So fragt ein bekannter Buchtitel und zeigt die Problematik des Informiert - bzw. Nicht – Informiert – Seins. Auf Grund der Flut von Informationen glauben wir informiert zu sein und wiegen uns in Sicherheit. Aber wie viel Informationswert haben die Informationen? Wie überprüfen wir Authentizität?
Gerade die momentane Berichterstattung zur Wahl zeigt uns die Möglichkeiten und Grenzen des Journalismus. Wie sehr fühlen wir uns manipuliert durch Prognosen, Vorhersagen, Bilder der Politiker und Politikerinnen, Teilinterviews……
Ertappen Sie sich dabei, dass Sie „abschalten“, einfach nicht mehr hören und sehen wollen, was in der Welt und gerade vor der Wahl passiert, weil die Ereignisse sich überschlagen, die Bilder so grauenvoll und oder immer die gleichen sind?
Weil das Negative die Welt regiert und das Positive nicht berichtet wird oder es dieses nicht mehr gibt? Weil wir nicht wissen, wie die Bilder zur Manipulation benutzt werden können; denken Sie dabei nur, was Sie unter dem Stichwort Bildbearbeitung an Ihrem PC alles machen können.
In Ihrem Begeleitmaterial ist die Rede von der journalistischen Ethik.
Ich ermuntere Sie, sich einmal sich mit dem Begriff Ethik auseinanderzusetzen.
Woher kommt er?
Wie bildet sich eine ethische Grundlage des Lebens, des Journalismus? Woher nehmen wir Menschen ethische Grundsätze? Woraus bilden sich diese? Wie korrelieren diese?
Und so lesen und hören wir Nachrichten, Kommentare und Reportagen und können uns daraufhin eine Meinung bilden und uns mit anderen darüber austauschen und Ansichten vergleichen, revidieren und auf einander ausrichten. Wie bewusst sind uns diese Vorgänge?
Mit diesem newsletter möchte ich meinen Auftrag ernst nehmen, den B. Brecht und Max von Grün in zwei Gedichten so facettenreich beschrieben haben:
Fragen eines lesenden Arbeiters und Fragen und Antworten
Lässt B. Brecht den Arbeiter nur fragen, wer baute (z.B.) das siebentorige Theben so lässt M.v.d. Grün den Schüler antworten, er hat davon in acht Jahren Volksschule nichts gehört und auch nicht fragen gelernt. Vielleicht können Sie diese Gedichte einmal nachlesen. Denn sie vermitteln sehr genau, was es heißt fragen stellen können oder nicht.
Als Ausblick auf die journalistischen Formen möchte ich an Wilhelm Busch erinnern, der davon überzeugt war, dass das Leben auch seine heiteren Seiten hat und hierzu bietet sich eine journalistische Form, nämlich die Glosse an.
Gefunden in: Die Rheinpfalz, 11.März 2003
GLOSSE
GEOMETRIE
Die sphärische Geometrie des Knödels unterliegt immer wieder Betrachtungen hinsichtlich der Ak¬kuratesse ihrer Beschaffenheit, so¬bald die Speise auf den Tisch kommt. Das kugelförmige kulinari¬sche Produkt unterteilt sich be¬kanntlich in verschiedene landsmannschaftlichte Versionen, zum Beispiel Königsberger Klopse oder Pälzer Flääschknepp (Pfälzer Fleischklöße). Aber eines sollte der Knödel sein: rund.
Nun hat zwar die Form auf den Geschmack keinerlei direkten Ein¬fluss. Sie ist allein von der Kunst des Kochs oder der Köchin abhän¬gig. Dennoch lässt sich, wenn die Form nicht stimmt, eine gewisse äs¬thetische Beeinträchtigung beim Mittagsmahl nicht leugnen, wes¬halb zunehmend Überlegungen Raum gewinnen, in der Knödel-Geo¬metrie bald zur würfelförmigen Produktion überzugehen. (hd)
Nun zu Bernhard Schlink: Der Vorleser:
Vielleicht haben Sie Antworten auf die Fragen, bzw. Aspekte, die ich im letzten Newsletter angesprochen habe, gefunden.
Auf den ersten Blick scheinen die Schuldfrage von Hanna und Michael, sowie das Analphabetentum von Hanna die wichtigen Aspekte zu sein. Auf den zweiten Blick lässt sich aber vielleicht eine Reihe von Aspekten ansprechen, die näher zu betrachten es sich lohnt:
z.B. die Dynamik der Beziehung, die Gewissenkonflikte, der Tod Hannas, die Verantwortung, die Schuld von Tätern und Opfern, der Egoismus, die Liebe, die Beschreibung der Natur und der Umgebung der Personen, zwei Personen in verschiedenen Entwicklungsstufen und Lebensphasen, NS – Thematik (der Auschwitz Diskurs)…
Die Interpretation des Romans muss die eigenen Erfahrungen und das persönliche Wissen mit einbeziehen, das heißt, wie diskutieren wir das, was B.Schlink uns als nicht leicht zu verdauende Kost anbietet.
Wie kann man vorgehen?
1. Sich über den Inhalt der drei Teile des Romans klar werden.
2. Eine Charakterisierung der Hauptpersonen vornehmen, dabei die Dynamik der Beziehung beachten.
3. Sich den Erzählstil vergegenwärtigen und seine Bedeutung erfahren.
4. Also: Raum, Zeit, Handlung, Figuren in Beziehung setzen.
5. Eine Aufarbeitung der Vergangenheit nachvollziehen.
So werden ganz viele Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven zusammengetragen ein vielschichtiges Bild ergeben, abhängig wohl auch davon, was man sich unter einem Lager vorzustellen hat, unter der Gesellschaft der 30 er Jahre.
B.Booz
27.09.09
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