Telekolleg-Newsletter vom 2009-04-17


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Literatur im Deutschunterricht - ein Horrorthema oder eine Zeit, in der man die Seele baumeln lassen konnte?!

Einerlei, wie Ihre Erfahrungen mit der Behandlung von Literatur waren oder wie Sie mit Literatur in Berührung gekommen sind, jetzt können Sie mit ganz anderen Augen darauf warten und gespannt sein. Leider geht es nicht ohne die Literaturwissenschaftler, die Vorgaben gemacht haben. Suchen Sie sich das aus, womit Sie umgehen können und dann genießen Sie das weite Feld der Literatur!

Was ist eigentlich Literatur? Mit dieser Frage beginnt der dritte Teil im TK-

Deutsch und zitiert wird Boris Pasternak mit seinem Wortspiel über das Außergewöhnliche.

Ja, was ist eigentlich Literatur?

Im Buch und in der Sendung wird der Versuch unternommen, darauf eine Antwort zu geben. Es ist schwierig glaube ich, denn, was können überhaupt Kriterien für Literatur sein, und wer setzt diese fest?

Gott sei Dank haben wir ja unsere Literaturwissenschaftler, die es sicher ganz genau wissen müssen. Aber weit gefehlt, denn sie retten sich auch mit dem Hinweis:

alles, was aufgeschrieben ist, ist eigentlich Literatur. Jetzt werden Sie sagen, das kann doch

nicht sein, gehören dazu auch die Comics? Sie gehören dazu und es ist ja auch nicht schlecht,

dass der Wertungsaspekt ein bisschen außen vor bleibt und man nicht mehr von sogenannter

Schundliteratur spricht um Goethe und Schiller auf den Sockel der sogenannten Höhenkammliteratur zu setzen und der klassischen Literatur zuordnen zu können. Und was heißt schon klassische Literatur?

Der Begriff war wohl hauptsächlich benutzt worden um die Herrn Schiller und Goethe und Herder und Novalis und Petraca von der leichteren Kost abgrenzen zu können.

So kommen wir zum Literaturbegriff, wie er gemeinhin heute üblich ist:

Dabei unterscheidet man:

Fiktionale Literatur nicht-fiktionale Literatur

Themen werden dichterisch gestaltet und in Sachtexte, Gebrauchstexte die ihrer Problematik sprachlich verdichtet Trivialliteratur

Es gibt bestimmte Aufbaukriterien und journalistische Texte

Stilmittel

Texte, die eine eigene erfundene Welt schaffen Texte mit direktem Wirklichkeitsbezug

Vergleichen wir die beiden Kriterienmuster, so kann man folgende Übersicht erstellen:

Vergleich fiktionale-, nicht-fiktionale Texte

Begriff Nichtfiktional

Sach-, Gebrauchstext

Fiktional

dichterischer Text

Inhalt Sachinformation

künstlerische Information

Autor Fachmann Dichter

Voraussetzung Sachkenntnis Sensibilität / Emotionalität

Adressatenbezug klare, anschauliche Information verschlüsselte Information

Adressatenanforderung Nachvollziehen

Analyse d. Argumentation

Erörtern

? Erörterungsaufsatz Einfühlen, Entschlüsseln

Analyse d. Gestaltungsmittel

Interpretieren

? Interpretationsaufsatz

Nicht genug mit dem Einteilen, es gibt noch ein weites Feld zu bestellen, denn immer schon haben sich der Autor, die Autorin Formen gesucht, in denen sie ihre Gedanken verpackten. Eignete sich die gereimte Form besser oder der dramatische Diskurs und die erzählende Prosa? Also waren wieder die Literaturwissenschaftler am Werk und haben der Literatur Gattungsbegriffe gegeben:

Literaturgattungen

Lyrik Epik Dramatik

Konnotation epische Kleinformen Formen

Denotation epische Großform Epochen

Sprachliches Material

Wozu ist diese Einteilung wiederum nötig? Die Literaturgattungen dienen der formalen

Herangehensweise an einen Text. So hat die Lyrik ihre Prinzipien, nach denen die Gedichte folgen, die Epik, in der virtuos mit der Erzählperspektive und Erzählhaltung gearbeitet werden kann und der Diskurs auf der Theaterbühne, der in Monologen, inneren Monologen und

Dialogen das Geschehen wahrhaftig vor dem Auge und Ohr der Zuschauenden entstehen lassen kann. So entstehen auch die Theaterformen und die Ideen von dem, was das Theater leisten soll:

Bei Lessing zunächst die „mitleidende Anteilnahme und das Mitgefühl“, bei Brecht dann das epische Theater, das das Engagement und im besten Fall die auf der Bühne mitagierenden selbständigenden Zuschauenden verlangt.

Als Fazit ergibt sich die:

Auseinandersetzung mit Literatur: ist die Interpretation:

und die wörtliche Bedeutung des Textes sowie die persönliche Leseerfahrung des Lesers, der Leserin machen die Auseinandersetzung mit Literatur spannend. Hier möchte ich fast den Zeigefinger erheben, um Wichtiges zu unterstreichen: Es gibt eine wörtliche Bedeutung eines Textes, das sind die Kernaussagen, die sich formulieren lassen, aber es bleibt müßig nach dem zu fragen, was der Autor, die Autorin wollte. Spannend bleibt die Auseinahndersetzung mit Literatur, wenn man seiner ganz persönlichen Leseerfahrung nachspürt und sich damit auseinandersetzt. Demnach ist folgendes

Wichtig : Es gilt den Sinn des Textes verstehen, dann auch einem anderen den Sinn des Textes plausibel machen und auch neue Sinnaspekte zu finden

Und so denke ich z.B. an ein Wort Goethes: „Gedichte sind gemalte Fensterscheiben“

und würde mich freuen, wenn Sie die richtige Literatur für sich persönlich finden und beim Lesen Lust auf Lesen bekommen.

Wenn Sie sich mit den Lektionen zum Roman beschäftigen, dann ist es sinnvoll auf die Erzählsituation zu achten. Oft benutzen die Autoren und Autorinnen dieses Stil mittel um Spannung zu erzeugen, um die Perspektive zu wechseln, um aufmerksam zu machen.

Im folgenden eine Darstellung der Erzählformen, damit Sie beim Lesen darauf achten können.

1. die auktoriale Erzählsituation:

es wird vielmals berichtet, das Geschehen liegt immer in der Vergangenheit, der Erzähler ist

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